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Tempelhof: Man fliegt wieder – diesmal zum Glück raus aus den Hangars

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Das lange und zähe Warten hat ein Ende: Die Unterkunft in den Hangars in Tempelhof schließt Anfang Dezember, die schon berühmte Containerunterkunft eröffnet dann.

Die Geschichte der Flüchtlingsunterkunft auf dem Vorfeld hat nicht nur die aufwendigste Vorgeschichte, weil für sie ein Gesetz geändert wurde, was höchst umstritten war.

Daneben ist es auch der größte Standort für ein solches Tempohome mit über 1.000 Plätzen und der mit 17 Mio € höchsten Kosten in Errichtung und damit auch im Unterhalt. Versorgungsleitungen mussten nicht nur neu, sondern auch überirdisch verlegt werden.

Richtig glücklich ist am Ende niemand mit Art und Standort dieser Unterkunft, aber dennoch froh, nun endlich weitere Notunterkünfte, insbesondere die in den Hangars, auflösen zu können.

Nun jedoch steht der Zeitplan fest: Anfang Dezember werden nun die Hangars als Unterkunft geräumt und geschlossen. Das Tempohome davor wird im gleichen Zuge eröffnet und bezogen. 

 

Verzögerungen bei der Fertigstellung 

Neben dem Hin und Her mit der Fertigstellung und den ständigen Terminverschiebungen zwischen BIM und LAF sollen die Tempohomes am 23.10 nun endgültig übergeben worden sein, auch, wenn es danach noch bauübliche Mängel gab.

Fertig und Anfang Dezember voraussichtlich auch beziehbar sind drei der vier Bauabschnitte mit rd. 650 Plätzen. die restlichen rd. 400 Plätze im vierten Bauabschnitt folgen je nach Witterung Anfang des Jahres 2018.

 

EU-Ausschreibung scheiterte

Dazu gab es auch erhebliche Mühen, einen Betreiber zu finden. Eine erste europaweite Ausschreibung wurde im Sommer wieder aufgehoben, weil es keine Angebote gab. Die Betreiber bemängelten drei wesentliche Punkte: Einerseits die kurze Laufzeit der Unterkunft: Die Container müssen bis Ende 2019 abgebaut sein, was ein Ende der Nutzung nach nur gut 1,5 Jahren bedeutet.

Andererseits bemängelten alle befragten Betreiber die unglückliche Lage direkt am auch von Besuchern hoch frequentierten Tempelhofer Feld. Dazu sah die EU-Ausschreibung eine volle personelle Besetzung unabhängig von der Belegung vor und dazu keinen Einfluss auf die Anzahl der belegten Wohneinheiten.

Dies wälze die wirtschaftlichen Risiken komplett auf den Betreiber ab, der an einem solchen Standort ohnehin schon rd. 60 MitarbeiterInnen beschäftigen muss. Aufgrund der exponierten Lage und der Größe dieser Unterkunft wurde jedoch auch diese Zahl als noch zu gering bemängelt.

 

Neue Vergabe ohne Teilnehmerwettbewerb nun erfolgt

Im Nachgang bemühte sich das LAF in einem Verhandlungsverfahren ohne Teilnehmerwettbewerb um einen Betreiber. Dem Vernehmen nach wurden fünf Betreiber aufgefordert oder bewarben sich um eine Teilnahme an dieser zweiten Runde.

Diese konnten in dieser Art von Verfahren dann auch in bedingtem Umfang über die ursprüngliche Ausschreibung hinaus Änderungen und auch vertragliche Erweiterungen z.B. beim Personalschlüssel  vorschlagen, die dann zusätzlich vereinbart werden können.

Nun ist auch endlich ein Zuschlag erteilt und eine Vergabe erfolgt. Letztlich erhält nun mit Tamaja der bisherige Betreiber der Hangars auch den Zuschlag für die Tempohomes. Gegenüber der Morgenpost hatte man ein Interesse noch aufgrund der o.g. Punkte dementiert. Nun konnte man offenbar hier nachbessern.

Anfang Dezember sollen die rd. 135 dort noch wohnenden Menschen dann in die neue Gemeinschaftsunterkunft auf dem Feld ziehen. Trotz aller Probleme und Schwierigkeiten bleibt dies eine deutlich bessere Unterkunft, weil die Menschen in abgeschlossene Wohneinheiten ziehen können und sich auch selbst versorgen können.

 

Neue Verfahrensanweisung der Senatsverwaltung 

Die weiteren rd. 500 aktuell verbleibenden Plätze sollen sukzessive belegt werden. Das LAF setzt derzeit eine neue Arbeitsanweisung der Senatsverwaltung Integration, Arbeit & Soziales um. Menschen werden unabhängig von ihrer Bleibeperspektive unter bestimmen Umständen, insbesondere, wenn sie länger schon hier sind, nun auch in Gemeinschaftsunterkünfte verlegt, statt in Notunterkünften oder Erstaufnahmeeinrichtungen ohne eigenes Kochen verbleiben zu müssen. Aus dieser Anweisung folgend werden also Menschen aus diversen Unterkünften zukünftig auch in Tempelhof wohnen.

 

Kältehilfe in den Hangars

Ab 01.12. ist lt. Staatssekretär Alexander Fischer von der Senatsverwaltung Integration, Arbeit & Soziales sollen in Hangar 4 wie bereits in der letzten Saison 100 Plätze für die Kältehilfe eröffnet werden. Geplant sind insgesamt dann 1.000 Plätze für die Notübernachtung von Obdachlosen in Berlin. Dazu können bald danach voraussichtlich weitere Plätze im Hangar 7 eröffnet werden, der derzeit noch von Geflüchteten genutzt wird.

Letztlich zuständig ist für die Vergabe und Einrichtung der Kältehilfe jedoch nicht die Senatsverwaltung, sondern der jeweilige Bezirk, hier also Tempelhof-Schöneberg. Betreiber der Notübernachtungen der Kältehilfe soll das Unionshilfswerk werden. Hinsichtlich der verwirrenden Zuständigkeiten und Verantwortungen sein auf den o.g. Artikel verwiesen.

Weitere Reserven bieten sich in Flüchtlingsunterkünften wie z.B. Alt-Moabit 82b und auch der Paulsternstraße. Die eine Unterkunft ist bereits geräumt, die andere wird es bis ca. Mitte Dezember.

 

Fazit

Anfang Dezember schliessen die Hangars als Unterkunft. Das Ankunftszentrum bleibt jedoch erhalten. Pläne zu einem möglichen anderen Standort sind noch nicht endgültig. Gleichzeitig eröffnet die Gemeinschaftsunterkunft in den Tempohomes auf vor den Hangars. 650 Plätze, betrieben von Tamaja, werden dann zunächst zur Verfügung stehen. Ab Anfang Dezember soll auch die Kältehilfe für Obdachlose im Hangar 4 eröffnen.

Der Standort bleibt in Grüße, Art und Lage dennoch problematisch, ist aber im Moment auch sicher nicht verzichtbar, um die knapp 6.000 Menschen in Notunterkünften endlich besser unterbringen zu können. Der Druck, neue Standorte für Unterkünfte zu finden, bleibt ohnehin unverändert hoch, auch weil z.B die 1.000 Menschen aus den Tempohomes mit 2019 wieder ausziehen müssen und sich der Wohnungsmarkt nicht entspannen wird.  

 

 

 

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