Ein bemerkenswertes Interview: Naika Foroutan

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Im TAGESSPIEGEL erschien vor kurzem ein bemerkenswertes Interview mit Prof. Dr. Naika Foroutan. Sie ist Direktorin und Leiterin der Abteilung „Integrationsforschung und Gesellschaftspolitik“ des BIM (Berliner Institut für Migrationsforschung) und uns aus einigen persönlichen Begegnungen und Auftritten bekannt.

Umso neugieriger waren wir, als neulich besagtes Interview erschien. Das Interview wurde viel diskutiert und auch angegriffen. Wir haben es selbst mehrfach zitiert und verbreitet, weil es aus unserer Sicht eine ganze Anzahl von richtigen und tiefgreifenden Analysen enthält.

Das Bemerkenswerte aus unserer Sicht sind die Darstellungen und Analysen zu Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland, die sich auch als Deutsche fühlen, aber oft als Ausländer wahrgenommen werden: Der klassische #metwo-Fall. Zerrissene Identitäten sind dann die Folge.

Dazu stellt Naika Foroutan sehr gelungen dar, auf welchem Boden sich Rechte in Deutschland entwickelt haben und was ihre Methoden sind.

Wir finden, dass sie aktuelle Debatte sehr gut analysiert und darstellt, dabei aber auch mehrfach positive Ausblicke vermittelt.

Am deutlichsten wird dies am Ende:

Wir brauchen postmigrantische Allianzen für eine neue Friedensbewegung. Postmigrantisch deshalb, weil wir zeigen wollen, dass das Thema Migration nicht alles ist. Es überdeckt zu viele strukturelle Fragen. Wir müssen darüber hinausdenken und uns zusammentun. Wir müssen Widerstand zeigen und ein klares Bekenntnis: Ja, wir wollen in einer pluralen Demokratie zusammenleben, die vom Gedanken der Einigkeit, des Rechts und der Gleichheit angetrieben wird. Ich denke, es gibt da gerade ein großes Momentum, man hört schon die ersten rufen: Auf, auf! Setzt euch in Bewegung! Es ist unser Land. Verteidigen wir es gemeinsam!

Damit gab sie auch den Impuls zu unserem Hashtag #ESISTUNSERLAND. Letztlich ein Zitat, aber auch eine gute Überschrift für diese Idee.

 

Prof. Dr. Naika Foroutan: „Zu den Schwerpunkten ihrer Forschungs- und Lehrtätigkeit gehören u.a. die Themen Migration und Integration; Islam- und Muslimbilder in Deutschland; Identität und Hybridität; politischer Islam und gesellschaftliche Transformation von Einwanderungsländern. Seit 2011 ist sie zudem Leiterin der Forschungsgruppe Junge Islambezogene Themen in Deutschland (JUNITED) im Rahmen des Projekts Junge Islam Konferenz (JIK), welches von der Stiftung Mercator gefördert wird. Im Jahr 2011 erhielt sie den Berliner Integrationspreis für ihr Eingreifen in die bundesweit kontrovers geführte „Sarrazindebatte“. Im Jahr 2012 erhielt sie den Wissenschaftspreis der Fritz Behrens Stiftung, der alle zwei Jahre für exzellente Forschung vergeben wird. Im Jahr 2016 erhielt sie den Höffmann-Wissenschaftspreis der Universität Vechta.“  (Quelle: HU Berlin)

 

LINK zum vollständigen Interview im Tagesspiegel

 

Foto: Stephan Röhl (CC BY-SA 2.0 Licence)

 

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