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Unterkunft Marburger Straße wird bis Ende Oktober geschlossen

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UPDATE

Die nächste Unterkunft, die nunmehr aufgelöst wird, ist die Unterkunft in der Marburger Straße. Der Freizug findet am 19. und 20. Oktober statt.

Hintergrund ist, dass einerseits der Eigentümer des Gebäudes nun seinen ursprünglichen Plan umsetzen und an Stelle der bisherigen Unterkunft, einem ehemaligen Seniorenheim, Eigentumswohnungen errichten möchte. Zudem gibt es Forderungen zur Ertüchtigung des Brandschutzes, die offenbar mit einem erheblichen Kostenaufwand verbunden gewesen wären. Deshalb ist jedoch eine Schließung zum 30.10. notwendig.

 

Nur wenige Plätze im Bezirk

Problematisch ist hier dabei, dass durch die bisherige Struktur der Unterkunft viele Familien dort untergebracht sind. Geplant ist, einigen Familien den Verbleib im Bezirk und im näheren Umfeld zu ermöglichen, um insbesondere Grundschul- und Kitaplätze weiter nutzen zu können. Leider stehen im gesamten Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf derzeit nur rund 30 Plätze in Gemeinschaftsunterkünften zur Verfügung. Ein weiteres Problem ist, dass durch die Größe einiger Familien und die Struktur der freien Plätze in Gemeinschaftsunterkünften diese nur schwer genutzt werden können, weil sie eben für größere Familien nicht tauglich sind.

 

Umzug nach Spandau in neue MUF Freudstraße

Der allergrößte Teil der Bewohner wird deshalb in die neue MUF Freudstraße in Spandau umziehen. Diese ist damit zwar nicht im Bezirk, von der Qualität der Unterkunft jedoch deutlich besser.

Die Unterkunft wurde von der Gewobag errichtet. Es handelt sich um insgesamt 360 Plätze, die in vier verschiedenen Wohnungstypen angeboten werden. Es werden ein bis vier Zimmerwohnungen gebaut, die jedoch zunächst als Gemeinschaftsunterkunft genutzt werden und insoweit mit 3-6 Personen werden. Zu einem späteren Zeitpunkt können dann hieraus normale Wohnungen werden, in dem nur noch innerhalb der Einheiten leichte Trennwände verändert werden müssen.

 

Freudstraße Grundriss

Vorteil ist damit, dass jede dieser Wohneinheiten über eine eigene Küche und ein eigenes Bad verfügt. Insofern unterscheidet sich dieser Typus des MUF von den bisherigen im Auftrage der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung gebauten Typen.

Die konkreten Umzüge finden wie gesagt am 19. und 20. Oktober statt. Grundsätzliches Konzept dabei ist, dass zu jedem Bus ein begleitender Lastwagen mit dem jeweiligen Gepäck der Bewohner mitfährt. Dazu sind neben Mitarbeitern des LAF auch jeweils Sprachmittler vor Ort, um den Umzug zu begleiten.

 

Bezirk wirft LAF desaströses Handeln vor und vergisst Schulplätze

Seitens des Bezirks gibt es Kritik an der Belegung der Unterkunft Freudstraße, weil dabei auch 46 Plätze für Kinder in Grundschulen benötigt werden. Bezirksbürgermeister Kleebank bezeichnet das Verhalten des LAF als „desaströs“ und meint, die „Zeit des Übens ist vorbei“.

Dabei wird offenbar jedoch auch vom Bezirk und scheinbar auch der Schulsenatorin vergessen, dass das Haus in der Freudstraße ja nicht letzte Woche vom Himmel fiel und zufällig den Bezirk Spandau traf, sondern der Bezirk selbst bereits im Juni 2016 von dem Vorhaben berichtete.

Die Regel der bisherigen Belegung der meisten Unterkünfte besagt, dass rd. 1/3 der Bewohner unter 18 ist. Nun stellt sich die Frage, warum der Bezirk in Kenntnis all dieser Umstände diese absehbar notwendigen Schulplätze nicht geschaffen hat. Ds Landesamt ist dafür schließlich gar nicht zuständig.

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