Reisen mit Aufenthaltstitel

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Mehrfach kam die Frage auf, ob nach Deutschland geflüchtete Menschen auch in andere Länder reisen dürften und was es zu beachten gibt.

Im folgenden Text vom Auswärtigen Amt ist die Rechtslage dargestellt.

Kurz zusammengefasst:

JA mit Aufenthaltserlaubnis
NEIN Mit Aufenthaltsgestattung
NEIN mit Duldung

Das JA bezieht sich dabei auf den Schengenraum für jeweils 90 Tage innerhalb von 180 Tagen. Für alle anderen Länder muß ein Visum beantragt werden. Dabei fallen die Fluchtländer und auch insbesondere die Türkei in der Regel heraus, auch weil dort keine Visa erteilt werden.

 

Hierzu nun der Text vom Auswärtigen Amt:

„Auskünfte über die Visabestimmungen für nichtdeutsche Staatsangehörige, die in ein Drittland reisen möchten, kann nur die jeweilige Auslandsvertretung dieses Landes erteilen. Die Adressen der ausländischen Vertretungen in Deutschland finden Sie über den unten eingestellten Link.

Mit Inkrafttreten des Zuwanderungsgesetzes am 01.01.2005 berechtigen folgende Aufenthaltstitel zu visumfreien Aufenthalten von bis zu 90 Tagen in einem Zeitraum von 180 Tagen zu touristischen Zwecken in den anderen Schengen-Staaten:

Vor dem 01.01.2005 erteilte Aufenthaltsgenehmigungen gelten als einer der genannten Aufenthaltstitel fort und berechtigen ebenfalls dazu, sich in den anderen Schengen-Staaten visumfrei bis zu 90 Tage je Zeitraum von 180 Tagen zu touristischen Zwecken aufzuhalten. Heute können dies infolge Zeitablaufs nunmehr folgende Aufenthaltsgenehmigungen sein:

Die genannten Titel gelten anstelle eines Visums zur visumfreien Einreise jedoch nur dann, wenn sie in einem Pass bzw. im Zusammenhang mit einem Pass als Blattvisa erteilt wurden; sie gelten nicht, wenn sie in einem Ausweisersatz als Inlandsdokument erteilt wurden.

Seit dem 05.04.2010 berechtigen ebenfalls nationale deutsche Visa der Kategorie „D“ zu visumfreien Aufenthalten von bis zu 90 Tagen in einem Zeitraum von 180 Tagen zu touristischen Zwecken in den anderen Schengen-Staaten.
Die „Aussetzung der Abschiebung (Duldung)“ sowie die „Aufenthaltsgestattung für Asylbewerber“ berechtigen nicht zur visumfreien Einreise in die anderen Schengenstaaten.

Wenn Sie im Zweifel sind, ob Sie ein Visum benötigen oder nicht, müssten Sie sich direkt an die zuständige Auslandsvertretung dieses Landes in Deutschland wenden.“

Link Auswärtiges Amt

2 Gedanken zu „Reisen mit Aufenthaltstitel

  1. Hallo,
    ich habe eine Frage zur Passbeschaffung zum Ablauf des subsidären Schutzes. – Ich verstehe es so, dass es nicht hundertprozentig gesetzlich geregelt ist, ob ein neuer Pass für z.B. einen Syrer her muss, wenn das 1. Jahr der Aufenthaltserlaubnis (subsidärer Schutz) abläuft. – Die Ausländerbehörde meinte, es müsse ein neuer Pass zur Verlängerung der Aufenthaltserlaubnis vorgelegt werden. Aber das kostet 1. viel Geld und in einem arabischen Forum las der Betreffende vor einiger Zeit, dass die syrische Botschaft in Berlin keine Pässe mehr ausstellt.
    Ist das so? Wenn ja, wie kann man der Ausländerbehörde dies belegen? Wie verhält man sich, wenn das Standesamt einen gültigen Nationalpass verlangt?
    Ich wäre für Ihre Rückmeldung sehr dankbar und bedanke mich bereits im Voraus.

    • zur Verlängerung der Aufenthaltserlaubnis ist kein Pass notwendig. Das haben wir auch entsprechend dargestellt und die entsprechende gesetzliche Regelung abgebildet. Grundsätzlich stellt die syrische Botschaft noch Pässe aus, wes ist aber extrem teuer. Für die Aufenthaltserlaubnis ist das jedoch nicht nötig.

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