Clearingstelle für traumatisierte Flüchtlinge

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Alle Informationen zur Clearingstelle für traumatisierte Flüchtlinge, ausgegeben vom LAGeSo:

Ein relevanter Anteil der Geflüchteten hat sehr belastende Erfahrungen gemacht oder ist Zeuge von potentiell traumatischen Ereignissen gewesen. Diese Menschen zeigen häufig Symptome von Stress oder psychischen Störungen, deren diagnostische Zuordnung zuweilen schwierig ist. Berlinweit gibt es bis heute keine zentrale Anlaufstelle, an der Patientinnen und Patienten niedrigschwellig und kurzfristig eine solche Abklärung angeboten werden kann. Die von der Charité – Universitätsmedizin Berlin betriebene Clearingstelle soll vorübergehend genau diese Versorgungslücke schließen, indem sie Geflüchteten unabhängig vom Aufenthalts- und Versicherungsstatus kultursensibel eine diagnostische Einschätzung, ggf. die Einleitung einer Kurzintervention, und die Weitervermittlung in die zahlreichen ambulanten Angebote anbietet.

Sollte es in Ihrer Einrichtung Geflüchtete geben, die an typischen Stress- oder Traumafolge-Symptomen wie zum Beispiel Schlafstörungen, Nervosität, Aggressivität, sozialer Rückzug, Unruhe oder bei Kindern auch nächtlichem Einnässen leiden, so können Sie die Patienten über die unten genannten Kontaktdaten gerne in der Clearingstelle anmelden. In dieser werden die Patientinnen und Patienten zeitnah von einem multilingualen Team von in der transkulturellen Psychiatrie erfahrenen Psychiaterinnen und Psychiatern aus der Erwachsenen- und Kinder- und Jugendpsychiatrie untersucht werden.

Weitere Informationen:

  1. Welche Aufgabe hat die Clearingstelle?
    Die Clearingstelle soll helfen die häufig bei Flüchtlingen vorhandenen psychischen Symptome und deren möglichen Behandlungsbedarf klinisch einzuordnen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Clearingstelle werden bei vorgestellten Patientinnen und Patienten in einer Erstsichtung klären, inwieweit eine behandlungsbedürftige Symptomatik vorliegt und ob eine Kurzintervention oder eine längerfristige Behandlung notwendig ist.
  2. An wen richtet sich das Angebot der Clearingstelle?
    An alle Flüchtlinge mit abklärungsbedürftigen psychischen Symptomen oder Erkrankungen unabhängig vom Aufenthalts- oder Krankenversicherungsstatus. Das Angebot richtet sich sowohl an Erwachsene als auch an Kinder und Jugendliche.
  3. Ersetzt die Clearing-Stelle vorhandene Angebote im psychosozialen Bereich?
    Nein. Die Clearingstelle soll eine niedrigschwellige Ersteinschätzung ermöglichen und Patientinnen und Patienten in die zahlreichen vorhandenen ehrenamtlichen und professionellen Angebote im psychosozialen Bereich vermitteln.
  4. Bei welchen Symptomen sollte ein Termin vereinbart werden?
    Aus unserer Erfahrung sind häufige Symptome Schlafstörungen, Nervosität, Aggressivität, sozialer Rückzug, Unruhe oder bei Kindern auch nächtliches Einnässen. Leiden Patienten oder Patienten oder deren Umfeld deutlich an solchen Symptomen, sollte ein Termin vereinbart werden.
  5. Wie werden Termine vereinbart?
    Die Kontaktaufnahme erfolgt über die Zentrale Clearing-Stelle für die psychiatrische Versorgung von Flüchtlingen in Berlin
über die Telefonnummer 030 – 397 63025 oder die E-Mail-Adresse clearingstelle@charite.de Eine Vorstellung ist nur nach vorheriger Anmeldung möglich (z.B. durch den Sozialdienst der Flüchtlingsunterkunft).
  6. Gilt das Angebot nur für Patienten aus Mitte?
    Nein, das Angebot richtet sich an alle hilfsbedürftigen Flüchtlinge in Berlin.
  7. Wann ist die Clearingstelle geöffnet?
    Die Sprechzeiten der Clearingstelle sind Montag bis Freitag zwischen 10.00 bis 18.30 Uhr.
  8. Wo befindet sich die Clearingstelle?
    Auf dem Gelände des LAGeSo in der Turmstraße 21, Haus M, 1. OG, 10551 Berlin.
  9. Welche Sprachen sprechen die Mitarbeiter der Clearingstelle?
    Alle Ärztinnen und Ärzte der Clearingstelle sind erfahren auf dem Gebiet der transkulturellen Psychiatrie. In der Regel wird ein/e arabisch- muttersprachliche/r Psychiater/in ebenso wie eine Farsi-sprechende Übersetzerin vor Ort sein. Für Patienten aus anderen Sprachräumen werden unkompliziert weitere Dolmetscher-Ressourcen vorgehalten.
  10. Gibt es in der Clearingstelle auch Angebote für Kinder und Jugendliche?
    Ja. 20 Stunden in der Woche ist eine Ärztin/ein Arzt aus der Kinder- und Jugendpsychiatrie in der Clearingstelle.

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