Auschwitz: Nichts ist vorbei

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Ein Menschenleben her, aber immer noch real: „Es ist dasselbe Böse“

Vor 75 Jahren wurde das Konzentrationslager Auschwitz befreit. Insgesamt sechs Mio. Ermordete: Dies ist nun ein Menschenleben her, aber deshalb noch lange nicht vorbei. Ein Essay.

Sechs Millionen Jüdinnen und Juden wurden von Deutschen ermordet. Auch Sinti und Roma, Homosexuelle und Kommunisten wurden umgebracht. Diese Tatsache ist für sich schon schrecklich genug. Wir als Nation haben damit historisch einmalige Schuld und Verantwortung auf uns geladen. Schuld der Generationen, die Täter waren und Verantwortung auch der Generationen, die selbst nie Taten begehen konnten, aber sich dieser Taten immer bewußt sein müssen. 

Im Gegensatz zu dieser historisch einmaligen Schuld besteht unsere Verantwortung jedoch weiter. Und dies leider mehr denn je.  

Es werden immer wieder Rufe laut, man solle doch mal endlich Ruhe geben, wir Deutschen jetzt hätten damit nichts mehr zu tun, Kinder, die jetzt zur Schule gehen, erst recht nicht. Gerade von Rechtsextremen wird dies immer wieder wiederholt. 

Die Mehrheit der Deutschen sieht das zwar anders, Anhänger der AfD wünschen sich das aber zu fast drei Vierteln:



Man marginalisiert das Unfassbare als etwas Singuläres. Aber das ist es nicht. Gerade die, die am lautesten Schuld und Verantwortung von sich weisen, sorgen für den Nährboden, den unsere Generation bekämpfen muss. 

Das genaue Gegenteil ist der Fall und notwendig. Warum?

Die Generation der Täterinnen und Täter ist fast ausgestorben. Die der Opfer ebenso. Was immer bleibt, ist die Frage, wie es dazu kommen und wie ein Land mit damals 60 Mio. Einwohnern dies alles zulassen konnte. Dabei geht es nicht darum, jeden der 60 Mio. Zum Mörder zu stempeln. Dabei geht es auch nicht nur um die Frage, ob es wieder eine mörderische Vernichtung von Menschen durch Menschen geben kann. Es geht vielmehr darum, dass wir verantwortlich dafür sind, schon alles VOR der Ermordung zu verhindern.

Die heute Lebenden weisen es wie selbstverständlich von sich, dass sich etwas wie Auschwitz jemals wiederholen könne. Man sei nun wachsam, wisse ja um alles genau Bescheid und das schließe das alles aus. Dieses Denken ist sicher echt und glaubhaft. Aber reicht es so auch aus?

Die Verdrängung des Schrecklichen in der Nachkriegszeit war groß. Täter waren teilweise wieder in Amt und Würden, die Menschen an sich wollten nach vorne blicken, nicht zurück. So verständlich dieses Verdrängen vielleicht sein mag, so verhinderte und verschleierte es neben der Aufarbeitung der Schuld der Täter ebenso die Erkenntnis über Schuld der „normalen“ Bevölkerung, die mal mehr, mal weniger wegschaute oder mitmachte. Die Spannbreite von Schuld und Verantwortung ist groß. 

Deshalb ist der Blick zurück wichtig. Nicht der alleine auf die Täter an vorderster Stelle, sondern auch auf die Mitläufer, die willfährigen Bürokraten, die Bevölkerung an sich und die Frage, wer wie mitmachte, ohne nun wirklich aktiv als Mörder zu handeln. 


Ausrottung beginnt subtil und im Kleinen

Wir alle in Berlin kennen die Stolpersteine. Kleine messingfarbene Einlassungen, die an ehemalige Bewohner eines Hauses erinnern. Sie erinnern uns täglich an das, was konkret passierte. Jedenfalls dann, wenn man hierüber genauer nachdenkt und nicht nur die Daten als solches wahrnimmt (eine konkrete beispielhafte Geschichte findet sich hinter dem Stolperstein-Link).

Seit 1933 wurden Menschen jüdischen Glaubens nicht mehr „nur“ antisemitisch beschimpft, sondern systematisch behindert, drangsaliert, in ihren Rechten eingeschränkt und immer stärker diskriminiert. Dabei nutzte man zunächst weniger Gefängnisse und Lager, sondern die Mittel der Gesetzgebung: Seit April 1933 wurden Juden über das „Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“ aus dem Staatsdienst und ab Oktober 1933 über das „Schriftleitergesetz“ aus der Presse entfernt. 

1935 ergingen die „Nürnberger Gesetze“. Das „Reichsbürgergesetz“ unterschied zwischen ‚Staatsbürgern‘ und ‚Reichsbürgern‘. Reichsbürger war nur, wer arisch war. Die Ministerialbürokratie, nicht das Gesetz,  definierte Menschen die zwei jüdische Großeltern hatten als Juden. Das „Gesetz zum Schutz des deutschen Blutes und der deutschen Ehre“ verbot Ehen zwischen Juden und „Staatsangehörigen deutschen Blutes“ ebenso wie Geschlechtsverkehr zwischen ihnen. 

Mit der „Zweite Verordnung zum Reichsbürgergesetz“ wurde Juden die freie Berufswahl weitgehend eingeschränkt. 1936 wurde Juden der Privatunterricht untersagt und Beihilfen für Familien gestrichen. 1937 wurde jüdischen Ärzten die Berufsausübung untersagt. So entzog man ihnen alle wirtschaftlichen Grundlagen. Und dies formell nicht etwa „willkürlich“, sondern schön ordentlich mit „Gesetzen und Verordnungen“.

Und ohne dies nun gleichzusetzen: Die „blumige“ Namensgebung für Gesetze hat erkennbar Tradition bis heute.
 


Verantwortung beginnt vor dem Mord

Warum ist dies so wichtig? Weil es zeigt, dass es auch ein Mittel war, die deutsche Bevölkerung damit ruhig zu stellen. Man rebelliert vielleicht gegen offensichtlich willkürliche Maßnahmen, aber Gesetze haben einen anderen Anstrich. Insbesondere dann, wenn sie (anfänglich) noch durch eine demokratisch legitimierte Regierung erlasen werden, selbst wenn diese schon 1933 die Demokratie in eine Diktatur umwandelte. 

Menschen richten sich nach Gesetzen. Sie halten sich überwiegend daran. Sie stellen sie nicht oder nur selten grundsätzlich in Frage. Und bisher jede Diktatur und jede ursprünglich demokratische Regierung nutzt Gesetze auch dazu, Unrecht „rechtmäßig“ umzusetzen. Sie verweisen auf ihre Legitimierung dazu. Und die Menschen lassen es geschehen. 

Die Bevölkerung schaute weitgehend tatenlos zu. Und natürlich ist es dem Einzelnen im realen Leben auch kaum möglich, gegen Gesetze eines Landes zu rebellieren, erst recht nicht, wenn dies selbst unter Strafe stand und neben dem eigenen Leben zur Bedrohung für die ganze Familie sorgte.

Es ist aber ein Prozess, der sich auch später in der DDR grundsätzlich wiederholt hat und so ähnlich immer wieder geschehen kann und auch geschieht – siehe die aktuelle Gesetzgebung in Polen oder Ungarn. Weder in der DDR oder in Polen und Ungarn hat dies diese Folgen der Massenvernichtung, zeigt aber, dass die Systeme ähnlich funktionieren.

Und immer wird diese „Banalität des Bösen“ (Hannah Arendt) von Menschen begleitet und ermöglicht, die als „Vertreter der „bureaucracy of murder““ (ebenso Hannah Arendt) oder als sog. Schreibtischtäter für die kritiklose Umsetzung sorgen.


Vernichtung fängt beim Nachbarn an

In Berlin plante Albert Speer einen gigantischen Stadtumbau. Betroffen waren hierzu auch zigtausende Wohnungen, die seiner Planung im Weg standen. Ersatzwohnungen wurden nicht gebaut. Vielmehr beschloss Speer 1940, die „Wohnungsfrage“ durch jüdische Wohnungen zu lösen: Ab Januar 1941 mussten Juden danach nach systematischen Vorgaben der Generalbauinspektion ihre Wohnungen räumen.

Sie wurden dann zusätzlich in anderen Wohnungen, die von Juden bewohnt waren, zwangsweise einquartiert. Organisieren durfte dies die „Wohnungsberatungsstelle der jüdischen Kultusvereinigung“. Im gleichen Zuge wurden auch von Juden bewohnte Wohnungen zwangsgeräumt und an hohe Parteifunktionäre oder Militärs vergeben. 

Dies alles geschah unter und vor den Augen der Bevölkerung. Sie sah dies alles. Sie sah, dass eine jüdische Familie abgeholt und weggebracht wurde. Selbst, wenn man damals vielleicht noch nicht daran dachte, dass diese Menschen in den Tod gebracht wurden, wusste man ja dennoch, dass sie ihr Eigentum verloren, diskriminiert, bedroht und zumindest existenziell vernichtet wurden. 

Ihr Hab und Gut, ihre Wohnungseinrichtungen wurden öffentlich in den nun geräumten Wohnungen versteigert. Der Nachbar kaufte günstig die Einrichtung seines ehemaligen Mitbewohners. Menschen drängten danach, in die bessere Wohnung im Haus umzuziehen. Man profitierte von der staatlich angeordneten Ausbeutung und nahm teil am vernichtenden Geschehen. Nichts davon blieb unbemerkt, man musste nicht einmal genau hinschauen. 



Durch die Stadt in den Tod

Ab Oktober 1941 begannen die Deportationen aus Berlin. Überwiegend vom Bahnhof Grunewald oder auch Moabit gingen Transportzüge in den Osten. Vorher mussten Juden ihr Vermögen noch übertragen, damit dort im Osten ihre „lebenslange Versorgung“ gewährleistet ist. Dann ging es von Sammelstellen in Mitte oder Moabit durch die Stadt zu den Bahnhöfen. Zu Fuß, in Kolonnen, auf öffentlichen Straßen.

Von Oktober 1941 bis Januar 1942 gingen alleine im Grunewald zehn Züge mit jeweils rd. 1.000 Menschen ab. Diese Menschen waren vorher alle bis zum Bahnhof durch die Stadt gelaufen, hatten vorher ihr Vermögen und ihre Wohnungen verloren und waren Jahre vorher aus ihren Berufen gedrängt worden. All dies vor und unter den Augen der Bevölkerung. 



Beteiligt waren direkt und indirekt immer: Finanzamt, Gewerbeamt, Gerichtsvollzieher, Auktionshäuser, Speditionen, Vermieter und Nachbarn. Versteigerungen einer „Judenwohnung“ wurden in der Zeitung angekündigt, ansonsten nahm alles seinen behördlich geregelten Gang. 

Ein pauschales „wir wußten ja von nichts“ ist längst widerlegt. Die systematische Ermordung mag weitgehend unbekannt und auch noch unvorstellbar gewesen sein, alles andere konnte man sehen. Weggucken war unmöglich.
 



Was bedeutet das für uns jetzt Lebende?

Es ist wichtig, dies alles zu wissen, denn es relativiert die Singulariät der Ereignisse und ebenso deren gedanklicher Begrenzung auf 12 Jahre und eben Nazis als einzige Täter. Wir können Geschichte nicht wie bei einer Laubsägearbeit aus der Mitte herausschneiden. Und die Handelnden waren vorher wie auch hinterher in Deutschland.  

Deutsche Täter von 1933 bis 1945 waren nicht etwa Menschen von einem anderen Stern, die 1933 landeten und 1945 wieder starteten. Es waren nicht nur „12 Jahre Nazis“ und vorher wie auch nachher eine andere Bevölkerung. Wir alle sind mit ihnen, den Tätern, den Mitmachenden, den Mitläufern und den Wegschauenden, verwandt. Wir alle müssen sie und uns fragen, wie es dazu kommen konnte. Und wir alle müssen auch erkennen, dass es genau deshalb immer noch grundsätzlich wieder passieren kann. 

Nicht alle Menschen damals waren glühende Nazis oder Judenhasser. Aber viele haben dennoch irgendwie mitgemacht. Es ist verständlich, wenn man sich vergegenwärtigt, dass es leicht ist, jetzt darüber zu schreiben, aber schwer, damals in dieser Zeit zu leben. 

Es ist auch in mehrfacher Hinsicht schwer, sich die Frage zu stellen, wie man sich selbst damals wohl verhalten hätte. Wir haben Ähnliches auch später in anderen Diktaturen erlebt. Und nicht jedem kann und muss man den Vorwurf machen, dass man sich nicht gegen ein System stellte. Jedenfalls dann nicht mehr, wenn dieses System bereits bedrohend, vernichtend und zerstörend gegen einen selbst und gegen die eigene Familie und Kinder ist.

Und natürlich gab es auch Zehntausende, vermutlich Hunderttausende, die Juden und Verfolgten geholfen haben, ihr Leben riskierten und auch teilweise opferten. Dass es sie gab, ist dabei auch ermutigend und wichtig.

Jedoch: Die Erkenntnis, dass nicht jeder Mensch zum Widerständler taugt, neigt und wird, ist eine bittere, aber notwendige. Wir denken zu sehr vom Unvorstellbaren aus, aber nicht vom Beginn. Genau deshalb ist es umso wichtiger, nun weiter wachsam zu sein. 



Die Normalisierung des Unfassbaren

Das Bedrohliche ist der schleichende Prozess der Normalisierung des Unfassbaren. Man glaubt daran, dass der Spuk schon irgendwie vorbeigehen werde. Das glaubten auch viele Juden. Man glaubt daran, dass es ja nicht so schlimm kommen kann und wird. Und wenn man dann im Nachhinein zurückblickt, ist es schlicht zu spät. 

Banal formuliert: Man nimmt nicht von heute auf morgen 20 kg zu, sondern jeden Tag ein nur ein paar Gramm. Spannt man in 10 km Abstand eine Leine um einen Menschen, merkt er die Beschränkung vielleicht nicht einmal. Wird der Radius jeden Tag 50 m enger und der Zaun höher, ist es irgendwann zu spät zum Sprung darüber.

Wir müssen das Unfassbare vom Anfang aus denken, nicht vom Ende. Das Ende mit dem millionenfachen Massenmord lässt sich zu einfach wegschieben, zu einfach als unmöglich betrachten. Aber weil es einmal möglich war, ist es auch jetzt nicht unmöglich. Unser Wissen aus der Geschichte macht uns nicht immun.

Es fängt mit Gerede und Worten an. Eine andere Stimmung nimmt gesellschaftlich ihren Lauf, wenn wir es nicht verhindern. Die Grenze des Gesagten verschiebt sich immer weiter. Vogelschiss, Jagen, Asyltourismus, Asylgehalt:  Alles Begriffe aus der gleichen schäbigen Intention heraus. 

Ist die Stimmung erst einmal vorbereitet, verschiebt sich die Grenze des Sagbaren. Das nun Sagbare schafft die Grundlage, bildet den Nährboden für alles Weitere. Extreme Positionen werden als Normalität und „Mitte“ vorgegaukelt. Und auch, wenn es im „Kleinen“ beginnen mag: Dann folgen erste Taten, weitere Sprachverschiebungen, dann Verordnungen und Gesetze. Man testet auch, was alles zumutbar erscheint. Und irgendwann ist eine Umkehr dann zu spät. 

Quelle: „Junge Alternative“ AFD-Jugend Berlin, Flyer zur Mitgliederwerbung. Link zu Quelle und Hintergrund

Millionen haben damals ja „nur“ nach Recht und Gesetz gehandelt. Letztlich haben sie gleichgültig behördliche Willkür umgesetzt, weil es ja nicht anders ging. Wenn die Vorschrift und das Gesetz das so sagen, dann muss man das auch so machen. So richtig Gesetzestreue an sich auch sein mag: Sie entbindet auch nicht von Verantwortung, sei dies auch noch so schwierig. 

Diese Gefahr besteht immer und immer wieder. Sie hängt nicht an einem vermeintlich einzigartigen Erscheinen von Nazis, die wir ja alle nicht mehr sind oder dies zumindest vorgeben. Es hängt am Stigmatisieren von Minderheiten und Randgruppen. Es sind dann eben „die Ausländer“ oder „die Flüchtlinge“. Alle nehmen angeblich etwas weg, sind an etwas schuld und verantwortlich. Das ist einfach und leicht. 

Es geht immer gegen Gruppen, die sich nicht oder nicht genug wehren können. Es ist dann angeblich immer legitim, ihre Rechte einzuschränken, oder sie auch nur verbal für alles Schlechte verantwortlich zu machen. Alles wird leichter, wenn „das Volk“ das ja ohnehin so sagt und sieht. Die stetige Penetration mit den immergleichen Thesen höhlt die Gedanken aus, macht müde und lässt den Widerspruch verkümmern.

Dies ist die Verbindung ins Heute: Wir müssen uns nicht nur zu Recht fragen, wie es damals so weit kommen konnte. Wir müssen uns auch fragen, wie wir es heute verhindern können, dass sich Ähnliches wiederholt und vor allem gar nicht erst beginnt. 



Es ist dasselbe Böse


Unsere Zeit ist nicht dieselbe Zeit. Es sind nicht dieselben Worte. Es sind nicht dieselben Täter.

Aber es ist dasselbe Böse.

Ja, wir Deutsche erinnern uns. Aber manchmal scheint es mir, als verstünden wir die Vergangenheit besser als die Gegenwart.

Die bösen Geister zeigen sich heute in neuem Gewand. Mehr noch: Sie präsentieren ihr antisemitisches, ihr völkisches, ihr autoritäres Denken als Antwort für die Zukunft, als neue Lösung für die Probleme unserer Zeit. Ich wünschte, sagen zu können: Wir Deutsche haben für immer aus der Geschichte gelernt.

Aber das kann ich nicht sagen, wenn Hass und Hetze sich ausbreiten.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, 23.01.2020, Bad Vashem
http://www.bundespraesident.de/SharedDocs/Reden/DE/Frank-Walter-Steinmeier/Reden/2020/01/200123-Israel-Yad-Vashem.html



Wir alle haben miteinander Verantwortung dafür, dass wir auch heute erkennen, dass Vieles immer wieder grundsätzlich möglich ist. Es geht dabei nicht darum, dass man systematischen Völkermord erwarten müsste. Davon sind wir zum Glück weit entfernt.

Viel schlimmer ist die alltägliche Gleichgültigkeit, das Wegschauen, Weghören, Mitmachen, Akzeptieren. Die Normalisierung des Unrechts, die Worte und Taten gegen Minderheiten. 

Antisemitismus, Rassismus, Nationalismus, Gängelungen und Schikane. All dies findet statt. Jetzt im Hier und Heute. Wir sind dabei alle miteinander mit auf der Bühne und nicht etwa nur Zuschauer. Wir wissen um das, was daraus werden kann und wissen auch, was nun zu tun ist. Das unterscheidet uns von mancher Generation vor uns.

Ein Einzelner hat es sehr schwer, sich gegen Entwicklungen in der Gesellschaft  zu stellen. Es ist unser aller gesellschaftliche Verantwortung, sich Geschichte nicht wiederholen zu lassen. Sie besteht auch dann, wenn sich Geschichte nicht eins zu eins wiederholt. Unsere Verantwortung ist aber, zu erkennen, dass es die gleichen Mechanismen und Prozesse sind. Es gibt hier keinen Unterschied vom Gestern zum Heute. 

Es ist dasselbe Böse. Wir müssen es nur sehen und etwas dagegen tun. Auschwitz ist und bleibt ein Teil auch von Menschen, die gerade erst geboren wurden. 

Und diese Generation darf uns nie wieder fragen müssen: Wie konnte es dazu kommen? Und was hast Du dagegen getan? Wir sind mittendrin. Jeden Tag. 

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